NBC release v6.67 – Executive Editorial Briefings Was kostet ein schlechter Prozess wirklich? | NBC Blog
Prozesse · WirtschaftlichkeitAktualisiert am 20. Juli 2026Lesezeit wird geladen

Was kostet ein schlechter Prozess?

Schlechte Prozesse tauchen in keiner Kostenstelle auf. Sie verstecken sich in Minuten: kopieren, nachfragen, korrigieren, hinterhertelefonieren. Einzeln unsichtbar – in Summe oft der Gegenwert einer ganzen Stelle. Mit einer einfachen Rechnung holen Sie diese Kosten ans Licht.

Welche Kosten entstehen tatsächlich – und welcher Anteil wäre realistisch veränderbar?

CFO und kaufmännische LeitungCOO und ProzessverantwortlicheGeschäftsführung vor einem Verbesserungsprojekt
SIGNATURE VISUALCost Anatomy

Bearbeitungszeit, Wartezeit, Nacharbeit, Führungskapazität und Entscheidungsverzug werden getrennt sichtbar, ohne alles als Einsparung zu behandeln.

  1. Aktive Zeit
  2. Wartezeit
  3. Fehlerfolge
  4. Führung
  5. Verzug

Bearbeitungszeit, Wartezeit, Nacharbeit, Führungskapazität und Entscheidungsverzug werden getrennt sichtbar, ohne alles als Einsparung zu behandeln.

EXECUTIVE ANSWER

Die Entscheidung in Kürze

Die Kosten eines schlechten Prozesses bestehen nicht nur aus Bearbeitungszeit. Hinzu kommen Rückfragen, Wartezeit, Fehlerfolgen, gebundene Führungskapazität, verspätete Entscheidungen und entgangene Marge. Belastbar wird die Rechnung erst an einem realen Vorgang.

ENTSCHEIDUNG

Ein belastbarer Business Case trennt direkte Zeit, Wartezeit, Fehlerfolge, Steuerungsverlust und tatsächlich realisierbaren Hebel.

NACHWEIS

Fallzahl, beobachtete Zeit, Vollkostensatz und Folgeaktivitäten werden mit offenen Annahmen dokumentiert.

GRENZE

Gebundene Zeit ist nicht automatisch einsparbare Personalkapazität.

01

Warum Prozesskosten unsichtbar bleiben

Eine Softwarelizenz hat einen Preis, ein Berater eine Rechnung. Aber die fünf Minuten, in denen eine Sachbearbeiterin Auftragsdaten aus dem Shop ins ERP überträgt, stehen nirgends. Genau deshalb überleben schlechte Abläufe jede Budgetrunde: Sie kosten täglich, aber nie sichtbar. Und sie wachsen mit – jede neue Ausnahme, jede zusätzliche Excel-Liste, jede Schatten-Lösung erhöht die stille Rechnung.

02

Die einfache Rechnung

Sie brauchen keine Unternehmensberatung, um die Größenordnung zu bestimmen – nur vier ehrliche Zahlen:

  1. Fälle pro Woche: Wie oft läuft der Vorgang? (Aufträge, Rechnungen, Retouren, Anfragen …)
  2. Zusatzminuten je Fall: Wie viel Zeit kostet der manuelle Anteil – übertragen, abgleichen, nachfragen?
  3. Interner Vollkostensatz: Was kostet eine Arbeitsstunde wirklich (Gehalt plus Nebenkosten plus Arbeitsplatz)?
  4. Fehlerquote: Wie oft muss nachgearbeitet werden – und was kostet ein Fehlerfall zusätzlich?

Formel: Fälle pro Woche × Zusatzminuten ÷ 60 × Vollkostensatz × 52 Wochen = jährliche Prozesskosten des manuellen Anteils.

Ein Rechenbeispiel – die Annahmen sind bewusst offen gelegt, setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein: 150 Fälle pro Woche, 6 Zusatzminuten je Fall, 55 Euro Vollkostensatz. Das ergibt 15 Stunden pro Woche, rund 780 Stunden im Jahr – ein rechnerischer Gegenwert von etwa 43.000 Euro. Jährlich. Für einen einzigen Prozess. Rückfragen und Fehlerfolgen kommen obendrauf.

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Was in der Rechnung gern vergessen wird

Die Minuten sind nur die halbe Wahrheit. Dazu kommen: verspätete Zahlen (Entscheidungen warten auf den Bericht), Fehlerfolgekosten (falsche Lieferung, doppelte Gutschrift), Vertretungsrisiko (nur eine Person kennt den Ablauf – wem gehört der Prozess eigentlich?) und Opportunitätskosten: Was könnten dieselben Menschen tun, wenn sie nicht übertragen und abgleichen müssten?

04

Von der Zahl zur Entscheidung

Erst mit der Jahreszahl wird aus „nervt halt" eine Investitionsfrage: Wenn ein Prozess 43.000 Euro pro Jahr an manueller Arbeit bindet, rechtfertigt das eine Analyse und meist auch eine Verbesserung – ob durch klarere Übergaben, Konfiguration im Bestandssystem oder gezielte Automatisierung. Wichtig ist die Reihenfolge: erst verstehen, dann vereinfachen, dann automatisieren. Warum das so ist, lesen Sie in „Automatisieren Sie keinen schlechten Prozess".

Praxis-Tipp: Rechnen Sie nicht das ganze Unternehmen durch. Nehmen Sie den einen Prozess, über den sich alle beschweren – die Rechnung dauert 15 Minuten und liefert Ihnen die Grundlage für jedes weitere Gespräch.
DECISION LEDGER

Prozesskosten ohne Scheingenauigkeit einordnen

Entscheidend ist, welche Voraussetzung für Ihren konkreten Fall noch nicht belegt ist.

PrüffeldLeitfrageBelastbarer NachweisKonsequenz
Direkte ZeitWie viel aktive Bearbeitung entsteht je Fall?Beobachtung oder Stichprobe, nicht Erinnerung.Zeitbindung sichtbar machen.
WartezeitWo liegt der Vorgang ohne aktive Bearbeitung?Zeitstempel zwischen Übergaben.Durchlaufzeit separat bewerten.
FehlerfolgeWelche Nacharbeit und Eskalation entsteht?Fehlerarten und Folgeaktivitäten.Qualitätskosten priorisieren.
SteuerungsverlustWelche Entscheidung kommt zu spät oder auf unsicherer Basis?Konkrete Managementfolge.Wirkung nicht nur in Stunden rechnen.

Responsibility Ledger

PERSPEKTIVECFO

Bewertungslogik und finanzielle Wirkung plausibilisieren.

PERSPEKTIVEProzessverantwortung

Fall, Varianten und Ursachen belegen.

PERSPEKTIVEIT

Systemseitige Daten und Grenzen liefern.

Warnsignale

  • Stundensatz mal Fallzahl wird als vollständiger Business Case verkauft.
  • Wartezeit und Nacharbeit werden vermischt.
  • Ein Einzelmonat wird ohne Kontext hochgerechnet.
  • Der Nutzen wird berechnet, bevor die Ursache feststeht.

WISSEN UND DETAILS

Quellen, Prüfstand und vertiefende Informationen.

Ergänzende Nachweise und Detailfragen sind vollständig am Ende des Artikels gebündelt.

Inhalt und Fortschritt
EXECUTIVE CONCLUSION

Was jetzt entschieden werden sollte

  • EntscheidungEin belastbarer Business Case trennt direkte Zeit, Wartezeit, Fehlerfolge, Steuerungsverlust und tatsächlich realisierbaren Hebel.
  • NachweisFallzahl, beobachtete Zeit, Vollkostensatz und Folgeaktivitäten werden mit offenen Annahmen dokumentiert.
  • Bewusste GrenzeGebundene Zeit ist nicht automatisch einsparbare Personalkapazität.
15-Minuten-Gespräch